Viel Herz und wenig Geld

13. Tag des Kinderkrankenhauses am 19. September 2010 Aktionskomitee Kind im Krankenhaus e.V. mahnt Unterstützung für Kinderkliniken an

 

Frankfurt am Main/Regensburg, 14. September 2010 – Verglichen mit der Geschichte der Erwachsenen-Medizin ist die Kinderheilkunde ein jüngeres Fachgebiet. Die erste deutsche Kinderklinik wurde 1829 als Abteilung der Berliner Charité eingerichtet. Bis dahin lagen die kranken Kinder überwiegend auf den Frauenabteilungen und wurden von leichtkranken Frauen gepflegt. Die Kinder-Sterblichkeit lag in diesen Abteilungen bei über 90%.

 

Dass die Kinder-Sterblichkeitsrate heute in Deutschland ca. 0,5 %(!) beträgt, liegt vor allem an der stürmischen Entwicklung im Fachbereich Kinderheilkunde der letzten 100 Jahre. Unzählige Ärzte und Pflegekräfte haben sich weit über die Grenzen ihres Berufsfeldes dafür eingesetzt, dass die im Vergleich zu einem kranken Erwachsenen viel umfassenderen Bedürfnisse kranker Kinder genügend berücksichtigt werden. In den letzten 40 Jahren fanden sich zunehmend Elterngruppierungen, die sich ehrenamtlich in die Betreuung von Kindern in Krankenhäusern mit einbringen. Zunehmend aber wird die Arbeit all dieser Engagierten durch die Tatsache erschwert, dass die Politik die besonderen Bedürfnisse kranker Kinder aus den Augen zu verlieren beginnt.

 

Eine enorme Bürokratie und eine teilweise unsinnige Vorschriftenlast, die aus der Erwachsenenversorgung rührt, bedroht die Existenz der Kinderkliniken und erschwert den Alltag aller Kinderklinikmitarbeiter.

 

„Kinderkliniken dürfen nicht mit den Einrichtungen für Erwachsene in einen Topf geworfen werden. Das geht unweigerlich zu Lasten der stationären Versorgung von Kindern. Schon alleine aus Gründen der Demographie können wir auf kein einziges Kind verzichten“, so Julia von Seiche-Nordenheim, Sprecherin des AKIK-Bundesverbandes zum Tag des Kinderkrankenhauses am 19. September 2010.

 

Der Elternverband appelliert an die politisch Verantwortlichen aller Bundesländer sowie im Bundesgesundheitsministerium, den Kinderkliniken und Kinderabteilungen erheblich mehr Beachtung zu schenken. „Politische Versprechen für eine wohnortnahe, flächendeckende gute Gesundheitsversorgung unserer Kinder haben wir genügend. Nur die Umsetzung rückt in immer weitere Ferne“, so von Seiche-Nordenheim.

 

AKIK: Der AKIK-Bundesverband und seine Ortsgruppen setzen sich für die bestmögliche medizinische, pflegerische, therapeutische, pädagogische und psychosoziale Behandlung akut und chronisch-kranker Kinder im Krankenhaus ein. Zahlreiche Aktivitäten verfolgen das Ziel, kranke Kinder und ihre Familien in deren schwieriger Situation zu unterstützen. Der AKIK verfasste zusammen mit anderen europäischen Schwesterverbänden die EACH (European Association for Children in Hospital)-Charta. Darin werden basierend auf entsprechenden Artikeln der UN-Kinderrechtskonvention in zehn Punkten die Rechte von kranken Kindern im Krankenhaus und deren Umsetzung beschrieben. Der AKIK ist initiativ sowohl für die Zeit vor als auch während und nach dem Krankenhaus-Aufenthalt eines Kindes.

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